Die Sopranistin Chen Reiss hat sich international als eine der profiliertesten Sängerinnen ihres Fachs etabliert. Der Tagesspiegel rühmt ihre „bemerkenswerte Balance aus Glamour und technischer Vollendung“, während Der Standard ihre Darstellungskunst als „vokal tadellos präsent, elegant und klar“ würdigte.
Ihre internationale Karriere begann als Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Zubin Mehta; später war sie Resident Artist an der Wiener Staatsoper. Gastspiele führten sie an bedeutende Opernhäuser wie die Mailänder Scala, das Royal Opera House Covent Garden, das Théâtre des Champs-Élysées und die Semperoper Dresden. Ihr Repertoire reicht von Mozart und Händel über Verdi und Janáček bis zu Richard Strauss und Monteverdi. Zu ihren Rollen zählen Pamina, Ilia, die Contessa, Zaide, Gilda, Liù und Adina ebenso wie Sophie in Der Rosenkavalier, Zdenka in Arabella, Ginevra in Ariodante sowie die Titelpartien in Das schlaue Füchslein, La Calisto und L’incoronazione di Poppea.
Zu den Höhepunkten der Saison 2026/27 gehören Mahlers Zweite Symphonie beim Tsinandali Festival unter Rafael Payare sowie mit dem hr-Sinfonieorchester unter Philippe Jordan und Mahlers Achte Symphonie mit dem Hong Kong Philharmonic unter Tarmo Peltokoski. Mit dem Israel Philharmonic Orchestra singt sie Mahlers Vierte Symphonie unter Lahav Shani sowie Sibelius’ Luonnotar und Barbers Knoxville: Summer of 1915 unter Peltokoski. Weitere Engagements führen sie mit Strauss’ Vier letzten Liedern zur Orquesta Sinfónica de Galicia, mit Bergs Sieben frühen Liedern nach Japan und mit Paul Ben-Haims Pan zu den Münchner Philharmonikern.
Ein besonderer Schwerpunkt der Saison liegt auf Beethoven. Mit dem Royal Concertgebouw Orchestra und Klaus Mäkelä interpretiert Reiss die Missa solemnis in Amsterdam, Brüssel und Baden-Baden; weitere Aufführungen des Werkes folgen mit dem Beethoven Orchester Bonn und den Münchner Philharmonikern. Beethovens Neunte Symphonie singt sie mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne unter Renaud Capuçon sowie mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Klaus Mäkelä. Liederabende und Kammermusikprojekte führen sie unter anderem mit Sharon Kam in die Tonhalle Zürich sowie mit ihrem Programm „Wien 1900“ nach London und Österreich.
Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten zählen Mahlers Zweite Symphonie mit dem Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel, einschließlich einer Asientournee, Carmina Burana und Orchesterlieder von Korngold unter Dennis Russell Davies in Brünn, Beethovens Missa solemnis mit dem Orchestre de Paris unter Klaus Mäkelä, Brahms’ Ein deutsches Requiem mit dem London Symphony Orchestra unter Manfred Honeck und Mahlers Vierte Symphonie mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra unter Lahav Shani. Mit dem Royal Concertgebouw Orchestra und Klaus Mäkelä war sie zudem im Weihnachtskonzert zu erleben. Weitere jüngere Höhepunkte waren ihr Auftritt beim Mahler Festival im Leipziger Gewandhaus sowie Dvořáks Stabat Mater unter Christoph Eschenbach.
Chen Reiss arbeitet regelmäßig mit führenden Orchestern und Dirigenten weltweit. Sie gastierte bei den Berliner Philharmonikern unter Semyon Bychkov, den Münchner Philharmonikern unter Gustavo Dudamel, dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano und der Filarmonica della Scala unter Zubin Mehta sowie bei den Wiener Philharmonikern und dem Orchestre National de France. Mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle sang sie den Soundtrack zu Tom Tykwers Film Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders. 2014 wurde sie eingeladen, während der Weihnachtsmesse im Vatikan für Papst Franziskus zu singen.
Ihre Diskografie umfasst Mahlers Vierte Symphonie mit der Tschechischen Philharmonie und Semyon Bychkov bei Pentatone, Schrekers Vom ewigen Leben mit Christoph Eschenbach und dem Konzerthausorchester Berlin bei Deutsche Grammophon, Mendelssohns Lobgesang mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und Paavo Järvi sowie Immortal Beloved mit der Academy of Ancient Music. Darüber hinaus nahm sie Orchesterlieder von Fanny Hensel und Felix Mendelssohn mit dem Jewish Chamber Orchestra Munich auf. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen gehören Mahler Lieder und Das Jüdische Wien.
Neben ihrer internationalen Konzert- und Operntätigkeit widmet sich Chen Reiss mit besonderem Engagement der Förderung der nächsten Sängergeneration. Sie ist Gastprofessorin an der Hochschule für Musik und Theater München und gibt regelmäßig internationale Meisterkurse. Sie ist Gründerin von Sourire Music, einer Initiative zur Förderung junger Musikerinnen und Musiker durch Ausbildung und Auftrittsmöglichkeiten, sowie der Holistic Voice Academy, deren Ausbildungskonzept die stimmliche, körperliche und mentale Gesundheit von Sängerinnen und Sängern in den Mittelpunkt stellt.
Chen Reiss wird weltweit von Tanja Dorn, Dorn Music vertreten.
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September 2026